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Leseprobe: Flieger grüß mir die Sonne
Mein guter Freund Hans Ceulen aus Rotterdam, mit dem ich viele gemeinsame Erinnerungen an traumhafte Ecken dieser Welt habe.
PROLOG
Unsere letzte Chance
"Hier ist das erste deutsche Fernsehen mit der Tagesschau."
Eigentlich begann auch dieser Abend im Dezember 2002 mit der üblichen Berieselung durch eine der genormten, blonden Nachrichtensprecherinnen.
Etwas Parteiengezänk, die neuesten Arbeitslosenquoten, ein Schuss Mord, eine Prise Terror, selbstsichere politische Krawattenträger und ein paar bettelnde Kinder in Mombasa... .
Nachrichten a la carte. Zweidimensional, ohne Geruch, ohne Mitgefühl, ohne bleibende Spuren an der Seele des Zuschauers. Nur die Übermittlung von Fakten und das Gefühl, dass es einem doch um Einiges besser geht, als vielen anderen Menschen auf dem blauen Planeten.
Erinnerungen drängen sich auf, an bettelnde Krüppel in Mombasa, damals 1987. An Berge aus Plastikflaschen, zurückgelassen im Paradies Boracay auf den Philippinen. Kilometerlange Treibnetze im Südpazifik, voller verendeter Schildkröten, Thunfischen und Delfinen.
Kinder mit Hungerbäuchen, Gestank der Armut in den Armenghettos Manilas.
Eigentlich "normale" Urlaubsreisen. Aber wir verließen die Hotelghettos und Swimmingpools. Sonst hätten wir sie nicht gesehen. Die Armut, die Umweltzerstörung und wir hätten sie nie getroffen. Die Menschen dieser Welt.
Wir hätten auch nicht die International Pest Association gesehen, ein baufälliges Gebäude am Stadtrand Mombasas. Wer denkt denn, dass es noch Pest gibt? Es gibt sie und noch viele Seuchen mehr. Nur Aids ist relativ neu dort. Ich sehe noch die beiden großmäuligen Bayern vor mir, die sich aus Kostengründen eine junge Farbige miteinander teilten.
Malariaschwangere Moskitos, verdorbene Nahrung, verseuchtes Trinkwasser oder giftige Schlangen, Meeresbewohner und Insekten... .
Na ja, wir waren ja geimpft! Tetanus, Hepatitis, Malariaprophylaxe, Diphtherie und wir hatten auch noch eine gutsortierte Reiseapotheke dabei. Was sollte uns schon passieren!
Nein, die Urlaubserinnerung an Kenia waren doch Palmen, der warme indische Ozean, Fischen auf Thun oder Barrakuda, schöne Tauchgänge an faszinierenden Riffen und die unglaubliche Weite der Masai-Mara.
Wir haben sie noch gesehen, die Löwen in freier Wildbahn, Giraffenherden in der Weite der Serengeti und äsende Elefanten vor einer blutrot untergehenden Sonne.
Die Tagesschau zeigt derweil einen Bericht über das Tankerunglück vor Spanien.
Wie war das noch damals? Erinnerungen jagen vorbei.
Der Geruch von Fäkalien aus den Gassen - war da nicht so ein kleines bettelndes Kind am Reisebus, mit fiebrigen Augen und großflächigen Entzündungen an den Beinen?
Kriminalität, Korruption, Wachsamkeit in der Nacht... .
Ich erinnere mich an den Kegelclub aus Dortmund am Swimming-Pool, dessen Mitglieder sich aufführten, als wäre die Sklaverei noch nicht abgeschafft. An den freundlich lächelnden Kellner mit seinem morgendlichen "Jambo". Hat er nicht mit bloßen Händen die Zigarettenkippen aus den Aschenbechern der Touristen genommen? Wir haben ihm damals unsere Reiseapotheke geschenkt... .
War es Mitgefühl oder wollten wir nur unser Gewissen beruhigen?
Im Fernsehen sieht man die Bilder des Terroranschlags auf der Insel Bali.
Ich erinnere mich :
Nach über 20 Jahren chronischem Reisefieber, den Eindrücken vieler, heute nicht mehr so fremder Länder, anderen Mentalitäten, unterschiedlichen Religionen, Sitten, Gebräuchen und Hautfarben, kehren Emotionen und Erinnerungen oft wieder zurück. Träume gebaut aus unendlich vielen blauen Lagunen, farbenprächtigen Sonnenuntergângen, wiegenden Palmen im warmen Passatwind. Azurblaues, kristallklares Wasser, lauer Abendluft unter dem Kreuz des Südens und der unglaublichen Weite des pazifischen Ozeans.
Wir haben so viel gesehen, wir haben mit so vielen Menschen gesprochen und gelebt.
Die schwarzen und stolzen Einwohner von Saint Lucia, Grenada oder der Insel Tobago in der Karibik. Die multinationale Bevölkerung auf Mauritius und die stolzen Massais in Kenia. Unsere Sualog-Familie auf den Philippinen und deren viele Freunde. Menschen in Malaysia oder im lächelnden, fröhlichen Thailand, Erinnerungen an die Menschen auf Borneo.
Jede Zeile erinnert an unsere kleine Jing-Jing aus Boracay oder das Lachen der spielender Kinder, die sich neugierig den fremden Eindringlingen nähern.
Die Tagesschau berichtet über die steigenden Benzinpreise durch den geplanten Krieg im Irak. Die Lufthansabediensteten möchten 9 % mehr Gehalt. Die Sozialversicherung wird wieder teurer. Es geht uns so schlecht, uns Deutschen... .
Zurück in die Realität oder in die Erinnerung?!
Die uralte Kultur der Fijianer im Südpazifik, ein Grund, diese Inseln der freundlichen Menschen noch einmal zu besuchen. Abenteuer über und unter Wasser, Gastfreundschaft und Herzlichkeit. Doch war da nicht die ganze Zeit ein fader Beigeschmack?
War es die Armut außerhalb der Hotelanlagen, die Umweltverschmutzung, die Ausrottung der Tiere, die Kriminalität und die Korruption oder vielleicht Prostitution, Klimaveränderung und Religionskonflikte?
Reisen wir doch einmal im Jahre 2010 um die Welt, auf der Suche nach den letzten Paradiesen...
"Eine aktuelle Reiseverkehrsdurchsage"
Achtung, wir warnen vor Reisen in folgende Gebiete:
Spanische und französische Küste: Große Ölfelder, Baden unmöglich.
Italien: Algenpest an den meisten Adriastränden.
Die Bundesrepublik warnt durch Anschläge radikaler Moslems vor Reisen nach: Indonesien, Ägypten, Tunesien, Türkei, Philippinen, Israel und Malaysia.
Durch Klimaverschiebung Zyklone in Thailand und auf den Malediven.
Hurrikans auch außerhalb der Regenzeit in der Karibik.
Durch die starke Trockenheit ist kein Trinkwasser mehr auf den Balearen verfügbar.
Kanarische Inseln: Flugheuschrecken aus Nordafrika vertreiben Touristen.
Neuseeland: Das Sonnenbaden ist während des ganzen Jahres durch die ultraviolette Strahlung, bedingt durch das Ozonloch, nicht mehr gestattet.
Australien und Borneo: Ausgedehnte Wald- und Buschbrände haben die Touristenorte an den Küsten erreicht. Trockenheit und Ozonloch haben Queensland unbewohnbar gemacht.
Fiji, Salomonen, Vanuatu: Durch den gesunkenen Meeresspiegel ist der Gemüse- und Obstanbau nicht mehr möglich und die Versorgung mit Nahrungsmitteln nur noch über Importe gesichert.
Mittelmeer: Durch Überfischung kein Fischfang mehr möglich.
Florida: Nach dem Hurrikan Arnold hat die Regierung beschlossen, die Küstengebiete für die Zukunft zu evakuieren. Malediven: Durch die Erwärmung der Erdatmosphäre und den Anstieg des Meeresspiegels sind die Malediven in der Mehrzahl nicht mehr vorhanden.
Schreckensszenario oder bereits erschreckend realistisch?
Werden die Kinder dieser Welt noch einen Walhai sehen oder ein Rudel Löwen in der Serengeti? Werden sie noch die märchenhafte Unterwasserwelt der Malediven sehen und ohne Angst die Pyramiden in Ägypten besuchen?
Lesen Sie, was wir erlebten und reisen Sie mit auf unseren Spuren, die wir versuchten, nie zu hinterlassen...
Der Wetterbericht verspricht uns viel Sonne und blauen Himmel... .
Vorwort:
Unsere erste gemeinsame Reise als frisch verheiratetes Ehepaar wurde die letzte, die auf konservative Art über ein Reisebüro gebucht wurde. Selbst die Insel Fuerteventura bot aber dann, durch gehörigen Abstand zum "Normaltouristen" und die Nähe zu spanischen Fischerfamilien, doch noch einige Überraschungen.
Heute wissen wir, dass der Pauschaltourismus für uns die falsche Schiene ist.
Sicher ist es einfach, bei nicht eingehaltenen Reiseversprechungen den Reiseleiter zu bemühen und ihn als Ventil der Enttäuschung anzumeckern oder nach der verdorbenen Reise preismindernde Forderungen zu stellen. Keine dieser Bemühungen kann jedoch den Jahresurlaub im Nachhinein wieder zu einem Traumurlaub werden lassen.
Jede Reise sollte mit allen Wünschen des Einzelnen ausgestattet sein, detailliert recherchiert und gut vorbereitet. In der Planungsphase und in der Erlebnisphase sollte er gleichen Spaß und Entspannung bereiten. Schließlich haben wir ja, je nach finanziellem und zeitlichem Einsatz und Einkommen, oft lange für diesen Zweck allein oder zu zweit gearbeitet und schwer unser Geld verdient. Das Erlebte und die Erholung muss dann ja auch wieder lange Zeit vorhalten.
Heute kann man im Internet alle Ziele online besuchen und oft die Unterkünfte genau inspizieren. Flugpreise lassen sich online vergleichen oder der Preis für einen Leihwagen per E-Mail mit einem örtlichen Vermieter aushandeln. Unser Hotel auf Ko-Samui in Thailand war 35 % günstiger als im Katalog. Im weltbekannten Restaurant des Oriental Hotels in Bangkok buchten wir unseren Tisch per Mail aus dem Arbeitszimmer.
Warum meckern, wenn an dem Pool des gebuchten Hotels Baulârm ist? Lieber gleich den Pool des nächsten Hotels mitnutzen oder am Strand ein paar Meter weiter spazieren gehen, um dort seine Ruhe zu haben. Es ist viel schöner (und auch oft viel günstiger), sich vor Ort eine Unterkunft zu suchen, die den persönlichen Vorstellungen entspricht, als aus einem Katalog auf Hochglanzpapier entscheiden zu müssen, wo man die drei schönsten Wochen des Jahres zubringt. Die Wirklichkeit sieht immer anders aus... . Gefällt die Unterkunft, handelt man einen Preis aus und bleibt. Wenn nicht, es gibt fast überall mehr Zimmer, als Plätze im Flugzeug.
Nur jenseits von Lobby, Bar und Swimmingpool entdeckt man Land und Leute.
Nur jenseits von Lobby, Bar und Swimmingpool entdeckt man Land und Leute. Planung und Realisierung unter Zuhilfenahme von Zeitschriften wie zum Beispiel Reise und Preise, dem Internet, einem Faxgerät und der Post ist einfach und sehr lehrreich. Wir wünschen dem Leser viel Vergnügen mit unseren außergewöhnlichen Reisen. Dieses Buch,mit unseren manchmal haarsträubenden Erlebnissen in den oft schönsten Ecken der Welt, widme ich der besten Reisebegleiterin von allen, meiner Frau Bianca. Viel Spaß bei der Lektüre. Nur eigene Ideen und Träume beflügeln. Ihre Phantasie lässt in den folgenden Erlebnissen unsere Reisen in Ihren Gedanken wieder lebendig werden.
Wir freuen uns sehr darüber.
Heino und Bianca Merten











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