Mundgesundheit - Karies - Vorsorge - Prophylaxe

 

 

Lebenslange Prophylaxe ist besser als lebenslange Behandlung !

 

 

 

 

 

Was heißt das überhaupt? Wie wichtig ist das für den Körper? Welche Auswirkungen kann eine kranke Mundhöhle haben?

Neueste Untersuchungen aus Finnland, USA und Deutschland haben ergeben, daß das Herzinfarktrisiko sich verdoppelt, das Schlaganfallrisiko sich verdreifacht und das Risiko einer Frühgeburt sich verachtfacht (!) beim Vorliegen einer Zahnfleischentzündung (Parodontitis). Die Keime in einer tiefen Zahnfleischtasche (gramnegative Anerobier) können über den Blutweg an andere Stellen des Körpers gelangen und dort Schaden anrichten.

 


 

 

Faule Zähne schädigen die Lunge!

Wie machen die das? Die Erreger führen zu einer Aktivierung von Zytokinen (hormonähnliche Botenstoffe) die entfernt liegenden Organen Informationen geben. Z.B. wird die Placenta im Mutterleib dazu angeregt, das Wachstum des Embryos zu verlangsamen und auch eine Geburt früher einzuleiten! Das führt zu untergewichtigen Neugeborenen und zu Frühgeburten.

Man kann nicht oft genug wiederholen, daß das Risiko ein untergewichtiges Kind zu gebären oder eine Frühgeburt zu erleiden bei einer Parodontitis achtfach erhöht ist!

 


 

 

Karies (Zahnfäule) und Parodontopathien (Zahnfleischerkrankungen, "Parodontose") werden durch Mikroorganismen in der Plaque (Zahnbelag) hervorgerufen. Durch ein strategisches Konzept und durch enge Zusammenarbeit zwischen dem zahnärztlichen Prophylaxeteam und Ihnen können Maßnahmen ergriffen werden, um den Hauptkrankheiten des Mundes, nämlich Karies und Parodontopathien, vorzubeugen. Die folgenden Bestandteile unseres Prophylaxekonzeptes werden Ihnen hier näher erläutert.

 

 

 

Professionelle Zahnreinigung

Da im Zentrum des Krankheitsgeschehens die Plaque und die darin enthaltenen Bakterien steht, ist es von allergrößter Bedeutung, die Zahnbeläge komplett zu entfernen. Im Rahmen von Kontrollsitzungen ist es die Aufgabe einer besonders geschulten zahnärztlichen Mitarbeiterin des Prophylaxeteams, der Prophylaxeassistentin, die Plaque und den Zahnstein sorgfältig zu entfernen. Dies geschieht zum Teil mit einem Ultraschallgerät und zum Teil mit Handinstrumenten. Abschließend erfolgt die Reinigung von Zahnzwischenräumen und anderen hygienischen Problemzonen sowie die Politur und Fluoridierung der Zähne.

 


 

 

Mundhygieneberatung

Durch ein individuelles Informationsprogramm wird Ihnen ausführlich die Entstehung von Karies und Parodontopathien und die Möglichkeiten der Vorbeugung erklärt. Dazu gehören die Techniken der Belagentfernung mit der Zahnbürste, das Training mit Zahnseide, die Instruktion zum Gebrauch von Zahnzwischenraumbürsten und sonstigen Hilfsmitteln. Außerdem erfolgt eine Aufklärung über Schmelzhärtungsmaßnahmen durch verschiedene Fluoridierungstechniken und eine Ernährungsberatung.

 


 

 

Lebenslange Prophylaxe

Die Prophylaxe fängt vor der Geburt an und endet im hohen Alter. Da die Bakterien, welche Karies auslösen (Streptococcus mutans), durch Intimkontakte auf den Säugling übertragen werden, führen wir schon während der Schwangerschaft eine Beratung werdender Mütter durch. Es wird durch einen Speicheltest das Übertragungsrisiko bestimmt und gegebenenfalls eine Keimzahlreduktion von Streptococcus mutans vorgenommen. Eine lebenslange Betreuung durch unser Prophylaxeteam ist ratsam, um die unterschiedlichen Anforderungen des jeweiligen Lebensalters zu reagieren.

Während beim Säugling die Mundhygienemaßnahmen mit einem Wattestäbchen durchgeführt werden können, das Kleinkind mit einer Kinderzahnbürste und kreisenden Bewegungen die Zähne reinigt, der vollbezahnte Jugendliche und Erwachsene z.B. Mundhygiene nach der sogenannten Bass-Methode und mit Zahnseide betreibt, ist es bei Prothesenträgern sinnvoll, spezielle Prothesenbürsten zu verwenden. Prophylaxe ist nicht an ein bestimmtes Alter gebunden, sondern eine lebenslange Aufgabe. Bei älteren Menschen - und immer mehr ältere Menschen können durch die heute angewandten Prophylaxemaßnahmen ihre Zähne bis ins hohe Alter erhalten - liegen oft Zahnwurzeloberflächen wegen Zahnfleischrückgangs frei, die besonders anfällig für Karies sind.

 


 

 

Speicheltest

Im Rahmen eines präventiven Gesamtkonzeptes führen wir einen Speicheltest durch, mit dem die Anzahl von Bakterien, die an der Kariesentstehung beteiligt sind (Streptococcus mutans und Lactobacillen), die Pufferkapazität , die Sekretionsrate und der ph-Wert bestimmt werden. Die Speicheltestwerte ermöglichen es, ein gezieltes Therapie- und Betreuungskonzept zu entwickeln, das bei Ihrer Mitarbeit gewährleistet, daß Sie Karies vermeiden können.

 


 

 

Ernährungsberatung

Der Hauptfeind der Zähne ist Zucker, und zwar sowohl in der Form von Saccharose, Glucose und Fructose. Da Zucker bewußt und unbewußt aufgenommen wird, müssen wir damit leben. "Versteckte Zucker" sind als Geschmackskorrigentien oder oft nur zur Gewichtsvermehrung in Nahrungsmitteln wie z.B. Ketchup, Joghurt und vor allem Getränke in erheblichen Mengen verbreitet. Wir müssen uns der Gefährlichkeit des Zuckers im Hinblick auf die Kariesentstehung bewußt sein und sollten unbedingt vermeiden, Zucker in kurzen Abständen zu uns zu nehmen, weil dadurch jedesmal ein ph-Abfall im Mund erfolgt. Die Säureproduktion geschieht durch die Umwandlung von Zucker in Säure durch bestimmte Bakterien der Plaque. Wenn der Säureangriff zu schnell nacheinander erfolgt, so daß die natürlichen Reparationsvorgänge im Zahnschmelz durch Demineralisation nicht mehr möglich sind, sind Zahnschäden vorprogrammiert. Süßigkeiten, die das "Zahnmännchensymbol" auf der Verpackung tragen sind unbedenklich. Achten Sie beim Einkauf darauf!

 


 

 

Fluoridierung

Durch Einlagerung von Fluorid wird der Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen den Säureangriff der Bakterien gemacht und die Kariesgefahr vermindert. Fluoride, die überall in den oberen Schichten der Erdoberfläche vorkommen und ungiftig sind, dürfen nicht mit dem hochgiftigen und nur synthetisch herstellbaren Gas Fluor verwechselt werden, genausowenig wie Kochsalz - ein Chlorid - mit Chlor. Verschiedene Möglichkeiten zur Schmelzhärtung mit Fluoriden stehen zur Verfügung. Wir unterscheiden eine Aufnahme von Fluoriden in den Gesamtstoffwechsel über Tabletten, Speisesalz und Wasser von den lokalen Fluoridierungsmitteln wie Lösungen, Gele, Lacke und Zahncremes. Bei Kleinkindern ist eine Fluoridierung durch Tabletten empfehlenswert. Sobald lokale Möglichkeiten durch Fluoridierung bestehen und es gewährleistet ist, daß entsprechende Medikamente nicht verschluckt werden, ist auf die lokale Fluoridierung überzugehen. Da der Fluoridgehalt im Konstanzer Trinkwasser sehr gering ist, ist eine Kompensation durch fluoridhaltige Zahncreme und das wöchentliche Einbürsten von fluoridhaltigen Gelees als lokale häusliche Fluoridierungsmaßnahme ratsam.

 


 

 

Fissurenversiegelung

Die Zähne weisen auf der Kaufläche tiefe Gruben und Fissuren auf. Sie sind deshalb kariesgefährdet, insbesondere wenn die Zahnreinigung nicht ganz optimal ist. In bestimmten Fällen kann es notwendig werden, bei Seitenzähnen die Fissuren (Gruben) zu versiegeln, um die Kariesanfälligkeit zu verringern. Ein vorbeugender Schutz ist nur bei rechtzeitiger Versiegelung zu erwarten, also rasch nach dem Zahndurchbruch bevor Karies entstanden ist. Der Schutz vor Zahnkaries ist nicht vollkommen. Unabdingbar sind weiterhin zuckerarme Ernährung und gute Zahnpflege, ergänzt durch geeignete Fluoridierung. Der auf den Zahn aufgebrachte Kunststoff-Versiegelungslack unterliegt hohen Beanspruchungen und muß deshalb regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls erneuert werden.

 


 

 

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